Buchvorstellung und politische Diskussione mit Martin Daniel Schott und Johanna Schellhagen.
Staatstheoretiker Nicos Poulantzas (1936–1979) sah im Staat ein komplexes Kräfteverhältnis, an dem auch soziale Bewegungen partizipieren. Lange Zeit nahm dies die Linke zum Anlass, Parteien als gleichberechtigte Partner anzusehen. Denkt man Poulantzas jedoch radikal weiter, eröffnen seine Ideen eine neue politische Strategie: eine, die die Dynamik außerparlamentarischer Bewegungen ins Zentrum stellt, ohne dabei die Spielräume der staatlichen Institutionen zu vergessen. Die deutsche Klimabewegung sowie die Revoltierenden in Chile und Hongkong machten sich auf, diesen Ansatz in die Praxis zu übertragen. Eine Praxis, für die Reform und Revolution, Krawatte und Krawall, Sitzordnungen und Sabotage keine Widersprüche sind!
Politikwissenschaftler Martin Daniel Schott, Autor von »Das Primat der Bewegung« plädiert vor diesem Hintergrund für eine radikale Doppelstrategie Im Gespräch ist er dabei mit der Aktivistin und Dokumentarfilmerin Johanna Schellhagen, die diese Strategie für eine Sackgasse hält.
Weitere Infos zu Johanna Schellhagens Buch finden Sie hier.
Datum: 23.10.2026
Uhrzeit: 18 Uhr
Ort: Brasserie Lorraine, Quartiergasse 17, 3013 Bern