15.04.2026, 12:49

Mehr als zwei Jahre nach seiner Veröffentlichung »Wo ist Fritz? – Opfer des § 175 im Dritten Reich«, in dem sich der Angehörige auf die Spuren seines Onkels Friedrich Wilhelm Spangenberg (1914–1944) begibt, und 82 Jahre nach dessen Verschwinden, sprach Klaus Dieter Spangenberg bei der Einweihung des neuen Gedenkortes am ehemaligen NS-Militärgefängnis Brückenkopf in Torgau.

Aufgewachsen in Marburg, wurde der Apotheker Friedrich Wilhelm Spangenberg 1942 zur Wehrmacht berufen. Im Dritten Reich wurde ihm seine Homosexualität zum Verhängnis. Allein im Jahr 1943 wurden 1473 Wehrmachtsangehörige wegen »widernatürlicher Unzucht« verurteilt. Bereits ein Jahr nach der Berufung wurde Fritz denunziert und von einem Feldgericht der Wehrmacht zu neun Monaten Militärgefängnis verurteilt. Nach seiner Haft in Torgau an der Elbe wurde er in eine Strafkompanie zur Bewährung an die Ostfront abkommandiert. Seit Februar 1944 gilt Friedrich Wilhelm Spangenberger als vermisst.

Der neu errichtete Gedenkort in Torgau erinnert mit einer Gedenktafel an ihn. Sein Großneffe war vor Ort und sprach, mehr dazu im Beitrag des MDR.

Die Frage »Wo ist Fritz?« beschäftigt noch immer – nun ist dies auch sichtbar.