Ehrlich gesagt ist unsere Weltkugel gerade sehr ins Schwanken geraten. Drei linken Buchläden, ausgewählt von einer Jury für ihre kulturell bedeutsame Tätigkeit im Dienste kritischer Vielfalt, wird dieser Preis aus verfassungsschutzrechtlichen Gründen vom BKM versagt:
Wem das nichts sagt, der kann sich hier weiter informieren: Beitrag in der Zeit
Uns fehlen die Worte. Kein Preis für drei engagierte kettenunabhängige Buchhandlungen mit Linksdrall. Zum Schutz der … Demokratie? Bzw. weiß man das nicht so genau, denn das Warum ist ja geheim. Da müssen wir uns alle auf den Verfassungsschutz verlassen, der … vom Volk gewählt wird?
Diesen drei Geschichten werden wir bis zum Ende folgen. Denn wenn das juristisch hält, dann ist das Schicksal nicht nur dieser letzten Bastionen eines Großteils kritischen Schreibens und Lesens besiegelt, sondern dann steht ein erheblicher Teil des Buchstabenökosystems auf der Speisekarte. Und dann fehlen uns wirklich die Worte.
Dabei gäbe es so viel zu tun! All die Energie, die jetzt in das Schreiben von Statements fließt, die mal mehr oder mal weniger ängstlich (Chapeau, Gunnar!) klingen ob der Gefahr, nun selbst von der Liste preiswürdiger Institutionen gestrichen zu werden, weil man sich „politisch unbeliebt“ gemacht hat – sie sollte stattdessen in eine diverse, mutige Buchlandschaft gehen, in den Aufbau vernünftiger ökonomischer Rahmenbedingungen für das Ermöglichen von vielfältig informierten Lesenden.
Wie steht es denn in Sachen des politischen Zurückkämpfens übergriffiger Medienkonzerne? War das nicht ein Anliegen? Wie steht es mit einer strukturellen Verlagsförderung? Es ließe sich so viel Positives schaffen mit vergleichsweise wenig Mitteln, stattdessen müssen wir alle uns die Frühlingssonne von dieser Düsternis überschatten lassen.
Es versteht sich vermutlich von selbst: Solidarität mit den drei Buchhandlungen, die aus undurchsichtigen Gründen vom Buchhandlungspreis ausgeschlossen wurden.
Bleibt stark!